28.07.2020

Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben

Für Carolin Schäfer und Katharina Steinruck ist die Verschiebung der Olympischen Spiele kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil.

Am vergangenen Freitag wäre die Eröffnungsfeier gewesen. Tausende Athleten hätten die Farben ihrer Länder präsentiert, am Wochenende wären die ersten Entscheidungen gefallen. Doch die Corona-Pandemie hat nicht nur die Welt und das gesellschaftliche Zusammenleben, sondern auch den sportlichen Wettkampfkalender durcheinander gewirbelt. Dass eine Durchführung der Olympischen Spiele derzeit unmöglich gewesen wäre, ist allen Beteiligten klar. Doch für Sportlerinnen und Sportler, die ihren Lebensunterhalt mit dem Sport verdienen, jahrelang für dieses sportliche Ereignis trainiert und viele (private) Dinge geopfert haben, war die Absage dennoch auch eine Reise ins Ungewisse. Wann und wie können Wettkämpfe wieder stattfinden? Bleibe ich bis 2021 gesund?

Die Zeit gut nutzen

Fragen über Fragen, die auch für die Eintracht-Athletinnen und Athleten relevant waren und sind. Die Olympia-Normen hatten die Adlerträgerinnen Carolin Schäfer und Katharina Steinruck erfüllt. Lediglich die offizielle Nominierung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) stand noch aus. Schäfer, die im Siebenkampf nach WM-Silber und EM-Bronze von einer olympischen Medaille träumt, und Steinruck, die ihre ersten Spiele hätte erleben wollen. Ein Traum geplatzt? Nein, ganz und gar nicht. „Ich bleibe immer positiv und denke, dass alles für etwas gut ist“, erzählt Steinruck, die kürzlich für vier Wochen im Trainingslager war und natürlich weiterhin Kilometer für Kilometer zurücklegt, um topfit an der Startlinie zu stehen.

Gleiches gilt für Schäfer, die die (ungewollte) wettkampffreie Zeit für besondere Herausforderungen nutzte und im Training beispielsweise erstmals 400 Meter lief, die eigentlich nicht zum Repertoire der sieben Disziplinen zählen. „Generell bin ich ein Mensch, der sich bei neuen Situationen gut und schnell anpassen kann und Entscheidungen auch akzeptiert. Deswegen war es für mich nach der Verschiebung gar nicht so schlimm, sondern ich habe versucht mich möglichst schnell anzupassen und habe den Fokus direkt auf 2021 gelegt.“ Für diesen Fokus hat sie sich auch verändert und trainiert seit einem dreiviertel Jahr in der Trainingsgruppe um Weltmeister Niklas Kaul. Neue Trainingspartner, neue Trainer, neue Reize – für die 28-Jährige ist die Verschiebung auch ein Zeitgewinn, um sich an das Team zu gewöhnen und die Technikumstellungen in den einzelnen Disziplinen zu perfektionieren. „Wir haben mehr Zeit zusammenzuwachsen und uns abzustimmen. Wir haben an vielen technischen Elementen gearbeitet und stecken mitten im Prozess“, berichtet die gebürtige Bad Wildungerin. Dass sie aktuell aber eigentlich in Tokio und nicht in Frankfurt gewesen wäre, spielt für die Siebenkämpferin so gar keine Rolle mehr: „Olympia 2020 habe ich für mich abgehakt. Ich assoziiere diese Tage jetzt auch nicht mehr damit.“

Der Wunsch nach Gesundheit

Was beide Eintracht-Athletinnen vereint: Der Wunsch auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2021 gesund und verletzungsfrei zu bleiben. Steinruck hofft, dass sie nächstes Jahr genauso fit an der Startlinie stehen kann, wie sie es derzeit ist. Sie macht keinen Hehl daraus, dass ihr die letzten Trainingstage etwas schwerer fielen als sonst. „In der letzten Woche, als die Eröffnung und die Olympischen Spiele häufig in den Medien Thema waren, hat es mir dann doch etwas wehgetan. Aber mein Ziel ist klar: ich will die Spiele nächstes Jahr miterleben. Ich will dabei sein. Ich will diese Emotionen spüren“, betont die Marathonläuferin. Emotionen, auf die sich auch Schäfer freut. Nach zwei Medaillen bei internationalen Meisterschaften ist ihr Hunger noch längst nicht gestillt. „Ich bin sehr gespannt, was nächstes Jahr möglich sein wird und habe eine totale innere Vorfreude. Letztendlich sind die Spiele ja, zum Glück, nur aufgeschoben und nicht aufgehoben.“

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