03.07.2012

Jan Felix Knobel – „Habe mir einen Traum erfüllt“

Bisher haben sich fünf Eintracht-Athleten für die Olympischen Spiele qualifiziert, die wir Ihnen in einer kleinen Portraitserie vorstellen wollen. Der Mehrkämpfer Jan Felix Knobel (Foto: Arndt Götze) macht den Anfang.

London 2012. Es ist der sportliche Höhepunkt der Saison und Eintracht Frankfurt ist dabei. Bisher haben sich fünf Eintracht-Athleten für die Olympischen Spiele qualifiziert, die wir Ihnen in einer kleinen Portraitserie vorstellen wollen. Der Mehrkämpfer Jan Felix Knobel (Foto: Arndt Götze) macht den Anfang. Er sprach mit uns über die Olympischen Spiele und über die „Kopfsportart“ Zehnkampf.

Der deutsche Mehrkampf ist im Aufwind. Das macht nicht nur die EM-Goldmedaille des ehemaligen Trainingskameraden Pascal Behrenbruch deutlich, sondern auch, dass „fünf Deutsche die Olympianorm überboten haben, die mit 8.200 Punkten so hoch lag, wie nie zuvor“, erläutert Knobel. Mit der Olympianorm „habe ich mir einen Traum erfüllt“, sagt Jan Felix Knobel über das, wovon jeder Sportler träumt. Er darf am 08. und 09. August 2012 an den Olympischen Spielen teilnehmen. Der Junioren-Weltmeister von 2008 wollte die Qualifikation eigentlich schon in Götzis abhaken, aber da spielte der Kopf nicht so mit, wie er das wollte. „Das war ein mentaler Ausstieg“, so der Friedrichsdorfer. „Mein Kopf hat abgeschaltet und ich konnte mich nicht mehr gegen mich selbst oder gegen andere wehren.“ Dem 23-jährigen Architekturstudent gelang es in Götzis noch nicht, kleine Unstimmigkeiten im privaten und im Trainingsumfeld zur Seite zu schieben und sich auf das Wesentliche zu fokussieren. „In Ratingen lief es deutlich besser. Ich habe nicht den Fehler gemacht, schlechte Leistungen in die nächste Disziplin zu übertragen. Ich war mit dem Kopf immer voll in der laufenden Disziplin.“ Mit zwei Bestleistungen lieferte er einen richtig guten Mehrkampf ab, sieht aber gleichzeitig Luft nach oben: „Im Diskus habe ich sogar noch 150 Punkte liegen lassen“, räumt  er ein und lässt gleichzeitig sein Ziel für London durchblicken.
„8.400 Punkte wäre etwas vermessen, aber die 8.300 Punkte möchte ich schon erzielen“, quantifiziert er sein Ziel. „Wenn das eine Top Acht-Platzierung in London bedeutet, wäre das richtig cool.“ Auf die Frage, wie er an dieses Vorhaben herangeht, antwortet er: „Ich verspüre keinen Druck, ich bin verletzungsfrei und die letzten drei Mehrkämpfe erzielte ich immer über 8.200 Punkte – bringe also konstant gute Leistungen. Ich freue mich einfach auf Olympia.“ Man kann seine neue Lockerheit geradezu spüren. Für die bestmögliche Vorbereitung begibt er sich noch in dieser Woche für sieben Tage ins Trainingslager nach Kienbaum, um die technischen Bewegungsabläufe zu festigen, aber auch um die Lauffähigkeiten über 400m und 1.500m zu verbessern. Direkt im Anschluss wird Knobel in Mörfelden am 13. Juli im Beisein von Ashton Eaton und Tray Hardee seine Form mit dem Diskus, am Stab und an den Hürden testen, ehe er am 21. Juli beim Thorpe Cup in Marburg an den Start gehen wird.Jans Zeitplan in London:
08. August: 10.10 Uhr : 100m | 11.10 Uhr: Weit | 12.50 Uhr: Kugel | 18.00 Uhr: Hoch | 21.30 Uhr: 400m
09. August: 09.00 Uhr: 110 mH | 09.55 Uhr: Diskus | 12.55 Uhr: Stab | 19.40 Uhr: Speer | 21.20 Uhr: 1500mSteckbrief:Geburtsdatum/-ort:         16.01.1989 in Bad Homburg
Größe:                           1,91 m
Beruf:                            Architektur-Student
Trainer:                         Jürgen Sammert
Disziplin:                        Zehnkampf
Persönliche Bestleistung: 8288 Punkte
Saisonbestleistung:         8228 Punkte
Größte Erfolge:               Platz acht bei den Weltmeisterschaften 2011
                                     Goldmedaille bei den U20-Weltmeisterschaften 2008