Betty Heidler, Ariane Friedrich und Kamghe Gaba sind aus Frankfurter Sicht die überragenden Athleten bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig. Kamghe Gaba (Foto: Iris Hensel) gewann gleich zwei Goldmedaillen
Mit Weltklasseleistungen sichern sich Betty im Hammerwerfen und Ariane im Hochsprung ihre nächsten nationalen Titel. Kamghe gewinnt gleich zwei Mal: über 400 Meter und als Schlussläufer mit der 4 x 400-Meter-Staffel. Silber geht an Hochspringer Martin Günther und Hammerwerferin Kathrin Klaas, Bronze an ihre Disziplinkollegin Andrea Bunjes.Ariane Friedrich überzeugt einmal mehr im Hochsprung. Für ihre Verhältnisse steigt sie früh in den Wettbewerb ein – schon bei 1,88 Meter absolviert sie ihren ersten Sprung, eine Höhe, die im Nachhinein schon für den Deutschen Meistertitel gereicht hätte. Auch die nächste Höhe von 1,93 Meter überwindet Ariane im ersten Versuch. Dann steigert sie sofort auf 2,00 Meter – nach zwei gerissenen Versuchen, bleibt die Latte im dritten Versuch liegen – Riesenjubel bei Ariane und beim Publikum. 2,03 Meter sind an diesem Abend noch zu hoch.„Es lief gut heute und zwei Meter sind ein sehr gutes Ergebnis. Leider war mit dem Hammerwurf alles sehr chaotisch und wir mussten uns erstmal die Anlage frei räumen“, so Ariane nach dem Wettkampf zu leichtathletik.de. „Woran es lag, dass es mit den 2,03 Metern nicht geklappt hat, müssen wir erst analysieren. Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, dass wir so ein großes Publikum bei Deutschen Meisterschaften hatten.“Einen tollen Wettkampf liefern am Nachmittag die Hammerwerferinnen ab. Fünf Frankfurterinnen sind am Ende unter den besten Sechs. Vize-Weltmeisterin Betty Heidler wirft im zweiten Versuch 75,82 Meter – Meisterschaftsrekord und deutsche Jahresbestleistung. Damit steigert sie ihre bisherige Jahresbestweite um einen halben Meter und schiebt sich auf Rang drei der Weltjahresbestenliste. Betty holt damit ihren sechsten Meistertitel nacheinander – eine tolle Bilanz. Mit 74,72 (dritter Versuch) und 75,07 Meter (sechster Durchgang) sowie zwei 72ern beweist sie eine beeindruckende Konstanz in ihren Würfen.„Das hat sich wirklich gut angefühlt heute. Wir haben aus dem Training raus geworfen und deswegen nicht viel erwartet. Eine Saisonbestleistung habe ich nicht vermutet. Ich muss meine Nervosität noch ein wenig in den Griff bekommen. Die Würfe waren alle sehr locker. Vielleicht sollte ich immer so locker werfen. Schön ist auch, dass ich so konstant bin. Nicht nur im Wettkampf, sondern auch im Training.Kathrin Klaas und ihre Fans machen eine Zitterpartie durch. Die ersten beiden Würfe von Kathrin sind ungültig. Dann schiebt sie sich mit 67,86 Meter auf Platz zwei. Mit 68,85 Meter erzielt sie ihre beste Weite im letzten Versuch. Andrea Bunjes wird mit 66,39 Meter Dritte und kann nicht mehr auf den Zug zur EM aufspringen. Hinter Carolin Paessler (62,41 Meter/Hallesche Leichtathletik Freunde) belegt Gabi Wolfarth mit Saisonbestleistung von 60,80 Meter den hervorragenden fünften Platz und fängt damit im letzten Versuch noch Mareike Nannen ab, die mit 60,51 Meter Platz sechs belegt.Bereits im Vorlauf am Samstag rennt Kamghe Gaba über 400 Meter die schnellste Zeit – verpasst mit 45,95 Sekunden die Einzelnorm für Barcelona aber um fünf Hundertstel-Sekunden. Im Finale am Sonntag steigert er seine Saisonbestzeit auf 45,92 Sekunden und holt sich den Meistertitel. Nach den vergangenen Wochen mit Verletzungen und Krankheit ein toller Erfolg.Doch damit nicht genug – zum Ende der Titelkämpfe stellt sich Kamghe noch in den Dienst der Staffel und führt die 4 x 400-Meter-Staffel der LG Eintracht Frankfurt mit Marius Horbank, Clemens Höfer und Michael Pflüger als Schlussläufer zum Titel. In 3:10,45 Minuten sind die Frankfurter im B-Lauf die schnellsten und lassen den SC Potsdam (3:11,19 Minuten) und den TV Wattenscheid (3:11,83 Minuten) als die beiden erstplatzierten des A-Laufes hinter sich.Martin Günther beweist im Hochsprung-Wettbewerb einmal mehr, dass er ein Meisterschaftsspringer ist und gewinnt Silber hinter dem WM-Dritten Raúl Spank (2,25 Meter). Mit 2,22 Meter springt Martin allerdings nicht so hoch wie erhofft und darf wohl nicht zur EM nach Barcelona reisen.Siebenkämpferin Claudia Rath tritt in Braunschweig im Weitsprung gegen die Spezialistinnen an und verkauft sich mit 6,38 Meter gut. Am Ende wird sie mit dieser Weite Fünfte. Im Diskuswurfwettbewerb zu Beginn der Titelkämpfe überrascht Alexandra Göbel als Siebte. Mit 50,40 Meter setzt sie sich gut in Szene. Lisa Hübner darf bei ihren ersten Meisterschaften bei den Frauen gleich im Endlauf über 800 Meter antreten, da die Vorläufe mangels Teilnehmerinnen ausfallen. In 2:14,07 Minuten macht Lisa ein ordentliches Rennen und wird Elfte. Benjamin Brömme läuft über 100 Meter im Vorlauf 10,71 Sekunden – die elfte Zeit, über 200 Meter rennt er am Sonntag in 21,83 Sekunden die 13. Vorlauf-Zeit. Clemens Höfer belegt in seinem Vorlauf in 47,43 Sekunden auf Platz drei. Insgesamt ist das die zwölftbeste Zeit. Marius Horbank scheidet in 49,09 Sekunden als Vorlaufletzter aus.Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch ist bislang unter Vorbehalt eines Leistungsnachweises für die EM nominiert. In Braunschweig soll er seine Fitness unter Beweis stellen. Doch im Speerwerfen bleibt er mit 62,51 Meter fast einen Meter unter der geforderten Leistung, die 110 Meter Hürden kann er nach einem Fehlstart und der folgenden Disqualifikation gar nicht in Angriff nehmen. Wie es mit der EM-Nominierung nun aussieht, entscheidet der DLV bis Montag.Bettina Schardt18.07.2010