Hammerwurf hat in Frankfurt und bei der Eintracht eine große Tradition. Der Verein hat in der Vergangenheit immer wieder große Namen und erfolgreiche Athleten hervorgebracht. Im Jahr 2000 in Sydney gelang erstmalig der Eintrachtlerin Kirsten Münchow eine olympische Medaille in dieser Disziplin nach Frankfurt zu holen. Die Folgejahre dominierte ein fast schon ikonisches Trainingsduo: Kathrin Klaas und Betty Heidler waren in den 2000er-Jahren kaum zu bremsen und feierten gemeinsam mit ihrem Trainer Michael Deyhle einen Erfolg nach dem anderen. 2011 dann der absolute Durchbruch. Beim Hammerwurfmeeting in Halle schleudert die damals 27-jährige Betty Heidler ihr vier Kilogramm schweres Arbeitsgerät auf 79,42 Meter - Weltrekord.
Alte Bekannte, neue Herausforderungen
Zehn Jahre später, kann die Eintracht wieder gespannt in die Zukunft blicken. Mit Samantha Borutta hat der Verein eine absolute Weltklasse-Athletin im Wurfbereich dazugewonnen, die einmal die großen Fußstapfen ihrer Vorgängerinnen ausfüllen könnte. Mit dabei ist auch ein alter Bekannter: Michael Deyhle, der einst Betty Heidler zum Weltrekord führte, wird das Hammerwurftraining und die Gruppe rund um Neuzugang Borutta betreuen. Teil dieser Gruppe ist ebenso der frischgebackene Deutsche U20-Vizemeister und Neu-Adlerträger Sören Klose. Auch er hat als Sohn von Bronzemedaillengewinnerin Kirsten Münchow eine ganz besondere Beziehung zur Eintracht-Familie.
Eine weitere alte Bekannte im neuen Frankfurter Hammerwurfteam ist Kathrin Klaas. Die ehemalige Weltklasse-Athletin wird die Eintracht und den Hessischen Leichtathletikverband im Trainingsbetrieb unterstützen und hauptsächlich das Training der Frankfurter Nachwuchstathletin Lucie Holzapfel übernehmen. Geblieben ist sie, die Hammerwurf-Familie der vergangenen Jahrzehnte, und sieht sich nun gewappnet und bereit für eine erfolgreiche Zukunft. Im Interview spricht Abteilungsleiter Michael Krichbaum über einen wichtigen Schritt Zurück in die Zukunft.
Es ist ein extrem spannendes Projekt mit vielen jungen, engagierten und besonders talentierten Athletinnen und Athleten.
Michael Krichbaum
Michael, Hammerwurf hat eine ganz besondere Tradition bei der Eintracht. Wie sehr freust du dich, dass diese nun weitergeführt wird?
Michael Krichbaum: Es ist natürlich schön mit alten Bekannten und neuen Talenten jetzt die erfolgreiche Hammerwurfgeschichte der Eintracht wieder aufzugreifen und an einer erfolgreichen Zukunft zu arbeiten.
Die Mischung machts kann man wohl sagen. Ein neues Team aus alt und neu, gespickt mit den größten Namen der Vergangenheit und Gegenwart, übernimmt in Frankfurt den Hammerwurf. Wie kam es zu dieser Entwicklung?
Es war ein kontinuierlicher Prozess. Wir haben im Jahr 2018 den Weg eingeschlagen, im Wurfbereich immer mehr Akzente zu setzen und konnten dabei auch bereits einige Erfolge feiern. Mit der Rückkehr von Michael Deyhle aus China hat sich nun angeboten diesen Weg weiterzugehen und gleichzeitig zu erweitern. Solch eine Chance kann man sich auch nicht entgehen lassen und uns als Verein war schnell klar, dass wir, gemeinsam mit Michael Deyhle, zurück zu alter Stärke finden wollen.
Welche Rolle spielte die Rückkehr von Michael Deyhle um Top-Talente wie Samantha Borutta und Sören Klose an den Main zu holen?
Er ist ein absoluter Weltklasse-Trainer, der in den vergangenen 20 bis 30 Jahren bereits mehrfach gezeigt hat, dass er zu den Besten der Besten gehört. Natürlich macht es den Verein für Nachwuchstalente, wie Samantha und Sören, dann besonders attraktiv, und die Eintracht zu einer absoluten Topadresse im Hammerwurf.
Alle der derzeitigen Hammerwurf-Athleten stehen erst am Anfang ihrer Karriere und sind größtenteils noch im Jugendbereich aktiv. Wie schaust du perspektivisch auf die Entwicklung und das Potential der Disziplin?
Perspektivisch muss uns da in jedem Fall nicht Bange sein (lacht). Es ist ein extrem spannendes Projekt mit vielen jungen, engagierten und besonders talentierten Athletinnen und Athleten. Es ist ein Weg, den wird gezielt so gewählt haben und den wir auch im Verein an sich weitergehen möchten. Junge Talente sind die Zukunft und wir sind sehr gut aufgestellt.